Mr. Perry Rhodan – Klaus N. Frick im Interview

Klaus N. Frick,  Chefredakteur der größten Science-Fiction-Serie der Welt hat sich Zeit für dieses Interview mit beam-eBooks genommen.

Über eBooks und neue Ideen, die Entwicklung in der Erstauflage und bei NEO.

 

2011frick_imbueroErst vor Kurzem konnte VPM einen Meilenstein feiern, nachdem ja nun die gesamte Erstauflage der „Perry Rhodan“-Serie als E-Books vorliegt. Zusammen mit „Atlan“ sind damit inzwischen gut 3500 Romane in digitaler Form erhältlich.
Stehen in Zukunft noch weitere Romanserien an. Bei „Atlan“ z. B. gäbe es ja noch die Mini-Serien. Und bei der Fantasy ließen sich mit „Dragon“ oder „Mythor“ zwei schöne Projekte verwirklichen.

Klaus N. Frick: Da kann ich nur ein eindeutiges »Ja!« aussprechen. Die ATLAN-Miniserien haben wir für den Sommer 2014 fest eingeplant; wir beginnen mit dem Traversan-Zwölfteiler. Im Herbst kommen die ATLAN-Blaubände als E-Books. MYTHOR und DRAGON würde ich gern im Jahr 2015 in Angriff nehmen.

Allerdings überlege ich da noch, ob wir die »Originale« nehmen sollen, also die einzelnen Romanhefte im Ursprungszustand, oder die Bearbeitungen, also die Buchausgaben von DRAGON und des ersten MYTHOR-Zyklus. Schauen wir mal …

 

Wir haben über E-Books teilweise Leser zurückgeholt, die wir im Lauf der Jahre verloren haben

Welchen Stellenwert hat inzwischen das E-Book bei euch? Bastei Lübbe spricht ja davon, dass manche ihrer Projekte digital einen Umsatzanteil deutlich im zweistelligen Bereich haben.

Klaus N. Frick: Das E-Book ist für die PERRY RHODAN-Redaktion mittlerweile sehr wichtig. Wir haben über E-Books teilweise Leser zurückgeholt, die wir im Lauf der Jahre verloren haben, und wir konnten neue Leser gewinnen, für die es den Zeitschriftenhandel praktisch nicht mehr gibt. Prozentzahlen kann ich kaum nennen – weil sie so unterschiedlich sind.

Es gibt Romane, die gibt es seit vielen Jahren nicht mehr in gedruckter Form – deren Verkauf kann man kaum mit Romanen vergleichen, die derzeit aktuell erscheinen. Aber der Umsatzanteil ist groß, und er steigt.

 

Habt ihr wie Bastei z. B. mit „Apocalypsis“ oder „Survivor“ vor, vielleicht auch einmal eine Digital first- oder Digital-only-Serie zu starten? Gerade im Rhodan-Universum mit seinen Protagonisten würden sich hier für kleine, in sich geschlossene Serien ja fast schon unendlich viele Möglichkeiten bieten.

Klaus N. Frick: Im Jahr 2014 kommen die ersten Texte in den digitalen Handel, die es zuerst als E-Book und dann später in gedruckter Form geben wird. Das war schon in den frühen Nuller-Jahren unser Ziel, als wir mit E-Books anfingen – das ist ein völlig naheliegendes Thema.

Allerdings ist es auch nicht ganz einfach: Die Autoren müssen ja bezahlt werden, und bei einem E-Book muss ich dann ganz andere Verträge schließen als bisher …

Wir planen tatsächlich auf Band 3000 hin. Es gibt keinen klaren »Zeitstrahl«, aber schon haufenweise Ideen

PR_2753_CoverJetzt aber endlich zu „Perry Rhodan“ und dem laufenden Zyklus. Mit Band 2750 ist ja gerade „Halbzeit“ im aktuellen Zyklus „Das Atopische Tribunal“.
Kannst du vielleicht einen kleinen Ausblick geben, wohin sich die Handlung in den nächsten fünfzig Heften entwickelt? Auch, worauf sich vielleicht der eine oder andere Handlungsträger einstellen muss?
Und – man muss ja langsam schon fragen – plant ihr eigentlich schon auf Band 3000 hin?

Klaus N. Frick: So viele Fragen auf einmal … Ich versuche, mich einigermaßen kurzzuhalten …

Wir planen tatsächlich auf Band 3000 hin. Es gibt keinen klaren »Zeitstrahl«, aber schon haufenweise Ideen. Wenn wir im Sommer die Autorenkonferenz haben, wird es einen Programmpunkt geben, der sich mit »Kurs 3000« beschäftigt.

Im laufenden Zyklus um das Atopische Tribunal wird es weiterhin die Handlungsebene Milchstraße – mit teilweise dramatischen Entwicklungen – und die Handlungsebene Larhatoon geben. In der Larengalaxis sind Perry Rhodan und seine Gefährten auf der Suche nach Hinweisen, die sie zu den wahren Geheimnissen der Atopen führen werden. Spätestens jetzt kommt die »kosmische Ebene« des Zyklus zum Tragen.

Ein wichtiger Haupthandlungsträger kehrt zurück – das haben wir ja angekündigt. Im Verlauf des jetzigen Halbzyklus werden wir Atlan als wichtige Figur wieder in der Handlung haben, während wir gleichzeitig mehr über den charismatisch-gefährlichen Vetris-Molaud erfahren.

 

Neo_70_CoverBei „PR Neo“ ist ja mit Band 72 wohl der nächste kleine Zyklus abgeschlossen.
Wie sind eure Planungen bei NEO insgesamt? Habt ihr inzwischen schon ein Gefühl dafür entwickelt, wie eng ihr euch am „Original“ orientiert, oder habt ihr auch Ideen, die vielleicht eine ganz andere Richtung einschlagen, an die bei der Erstauflage damals keiner gedacht hat?

Klaus N. Frick: Bei NEO haben sich Frank Borsch und die Autoren bereits weit von den ursprünglichen Romanen der Erstauflage entfernt. Längst geht es um Themen wie das mysteriöse Ringen – und die Darstellung der Arkoniden und Naats entfernt sich sehr von den originalen Heften. Wir werden diesen Trend weiterführen, auch wenn die Handlung jetzt wieder zurück zur Erde kehrt: Wie entwickelt sich eine Welt, die mit außerirdischer Technik und Kultur konfrontiert wird?

Diese entscheidende Frage war in den 60er-Jahren kein Thema – wir machen eines daraus. Romane, die in Berlin oder Nordirland, in Südamerika oder der Wüste Gobi spielen, sind sicher anders als Romane, die auf fernen Welten wie Arkon oder Topsid angesiedelt sind.

 

Gerade mit dem aktuellen Zyklus in der Erstauflage tut sich auch bei euch personell im Team einiges. ChristianMontillonund Wim Vandemaan sind als Exposéautoren tätig, Michelle Stern übernimmt die Leserkontaktseite – wie muss man sich so eine „Staffelübergabe“ vorstellen? Gab es da von den alten Hasen wie Uwe Anton oder auch von dir als Chefredakteur ein paar Tipps und Ratschläge?

Klaus N. Frick: Es gab bei allen Staffelübergaben ausführliche Gespräche. Uwe Anton und ich haben uns mit Wim Vandemaan und Christian Montillon beispielsweise schon im Sommer 2012 – also ein Jahr vor der eigentlichen Übergabe – zusammengesetzt, um viele Detailfragen durchzusprechen. Heutzutage übergibt man ja keine Unterlagen mehr, sondern Informationen … ernsthaft: Das war wichtig und spannend.

Ebenso war es bei Michelle Stern. Sie hat uns in der Redaktion besucht, und sie hat auch Arndt Ellmer besucht, um wertvolle Informationen und Hintergründe zu erfahren.

 

Und zum Abschluss natürlich die Gretchenfrage: Liest du eigentlich selbst E-Books oder hast du doch lieber etwas Gedrucktes in den Händen?

Klaus N. Frick: Ich weiß, das klingt uncool, aber … Ich lese immer noch gedruckt. Mein Tablet daheim nutze ich dazu, mal schnell was im Internet zu checken – ich lese aber keine Romane darauf. Sicher kommt das noch, es ist nur eine Frage der Zeit.

 

Stardust_1_CoverLieber Klaus, vielen Dank für das Interview!

Klaus N. Frick: Gern geschehen.

 

Nachtrag: Als wir das Interview vorbereitet wurden, wussten wir noch nichts von der bald anstehenden Miniserie „Perry Rhodan – Stardust„.

Daher konnten wir im Interview darauf nicht eingehen. Die 12-teilige Miniserie wird ab 20. Juni selbstverständlich auch bei beam erhältlich sein. Und natürlich auch im Abo!

 

 

 

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